Ein Chorkonzert wird nicht allein deshalb besucht, weil es stattfindet. Interessierte müssen rasch erkennen können, was sie erwartet, weshalb der Abend für sie interessant sein könnte und wie unkompliziert ein Besuch möglich ist. Für Chorvereine bedeutet das nicht, möglichst viele Kanäle gleichzeitig zu bespielen. Entscheidend ist eine nachvollziehbare Publikumsreise: vom ersten Hinweis über die Konzertseite bis zur Begrüßung am Veranstaltungsort. Weitere Hinweise bietet der Beitrag Chorkonzert planen: Praxisleitfaden für Chorvereine.
Dieser Ratgeber richtet sich an Chorvorstände, Chorleitungen und ehrenamtlich Engagierte. Er verbindet praktische Kommunikationsmaßnahmen mit Hinweisen für einen einladenden Konzertabend. Die Vorschläge lassen sich auch mit begrenztem Budget umsetzen, wenn Zuständigkeiten, Termine und Inhalte frühzeitig geklärt werden.
1. Das Konzert aus Sicht des Publikums erzählen
Viele Ankündigungen beginnen mit dem Chornamen, einem Konzerttitel und einer langen Werkliste. Für Menschen außerhalb des Vereins kann das zu abstrakt bleiben. Sie möchten häufig zunächst wissen: Was höre ich? Welche Atmosphäre erwartet mich? Ist das Konzert auch ohne musikalische Vorkenntnisse geeignet?
Formulieren Sie deshalb ein konkretes Konzertversprechen in einem Satz. Zum Beispiel: „Ein stimmungsvoller Abend mit Chormusik über Aufbruch, Heimat und neue Wege – verständlich moderiert und ohne Vorkenntnisse erlebbar.“ Dieser Satz kann auf der Konzertseite, in der Presseinformation, auf dem Plakat und in sozialen Netzwerken als gemeinsamer Kern dienen.
Ein gutes Konzertversprechen enthält drei Bausteine
- Inhalt: Welche musikalische oder thematische Idee steht im Zentrum?
- Erlebnis: Was prägt den Abend, etwa eine Lesung, Projektionen, eine Kooperation oder ein gemeinsames Lied?
- Zugang: Woran erkennen Menschen ohne Chorerfahrung, dass sie willkommen sind?
Vermeiden Sie Formulierungen wie „unser Jahreskonzert“ oder „Konzert im Rahmen des Chorjahres“, wenn sie ohne weitere Erklärung stehen. Sie sind für Vereinsmitglieder verständlich, beschreiben aber nicht den Nutzen oder das Erlebnis für neue Gäste. Der Vereinsname soll sichtbar sein, sollte jedoch nicht die einzige Botschaft bleiben.
2. Eine verständliche Konzertseite als Mittelpunkt
Alle Kommunikationswege sollten auf eine aktuelle Konzertseite führen. Sie muss nicht aufwendig gestaltet sein, aber die wichtigsten Fragen ohne langes Suchen beantworten. Prüfen Sie die Seite auf einem Smartphone: Dort werden Veranstaltungsinformationen häufig nur kurz und unterwegs aufgerufen.
Diese Informationen gehören auf die erste Bildschirmansicht
- Datum, Beginn und voraussichtliches Ende
- Veranstaltungsort mit vollständiger Adresse
- Eintrittspreise, Ermäßigungen und Hinweise zur Abendkasse
- Informationen zu Barrierefreiheit sowie zu Park- und ÖPNV-Möglichkeiten, soweit bekannt
- ein kurzer, einladender Beschreibungstext
- eine einfache Möglichkeit zur Ticketreservierung oder zum Ticketkauf, falls angeboten
Ergänzen Sie darunter das Konzertprogramm und den Ablauf in verständlicher Form. Eine vollständige Werkliste kann sinnvoll sein, sollte aber durch eine kurze Einordnung ergänzt werden. Nennen Sie nicht nur Komponistinnen, Komponisten und Titel, sondern erklären Sie auch, welche Stimmung, Geschichte oder musikalische Verbindung das Programm prägt.
Ein aktuelles Foto kann den Chor lebendig zeigen, etwa aus einer Probe oder einem früheren Auftritt. Verwenden Sie nur Bilder, für die die erforderlichen Einwilligungen oder Nutzungsrechte vorliegen. Nach dem Konzert kann die Seite für einen kurzen Rückblick genutzt werden; anschließend sollte sie rechtzeitig auf den nächsten Termin aktualisiert werden.
3. Mit einem kleinen Redaktionsplan konsequent sichtbar werden
Der Deutsche Chorverband stellt Praxishilfen zu Pressearbeit, Website und Social Media bereit. Darin finden sich unter anderem Hinweise zu Kanalauswahl, Inhaltsplanung und digitalen Werkzeugen (Praxistipps Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Chorverbands).
Für einen ehrenamtlich getragenen Chor genügt ein überschaubarer Plan. Starten Sie rechtzeitig vor dem Konzert und legen Sie fest, wer Texte, Fotos, Presseversand, Rückfragen und die Pflege der Konzertseite übernimmt. Ein Plan über sechs bis acht Wochen ist eine mögliche Orientierung, keine feste Vorgabe.
Beispiel für einen achtwöchigen Ablauf
- 8 Wochen vorher: Konzertseite veröffentlichen, Presseinformation versenden und Partner informieren.
- 6 Wochen vorher: erstes Chor- oder Mitwirkendenporträt veröffentlichen, Ticketinformationen prüfen und passende Veranstaltungskalender aktualisieren.
- 4 Wochen vorher: kurzen Proben-Einblick zeigen, Konzertthema erläutern und auf Vorverkauf oder Reservierung hinweisen.
- 2 Wochen vorher: persönliche Einladung, Anreiseinformationen und gegebenenfalls Hinweise zu begrenzten Plätzen veröffentlichen.
- In der Konzertwoche: Informationen zu Einlass, Beginn und Abendkasse bündeln; ein Foto aus Aufbau oder Generalprobe kann den Beitrag ergänzen.
- Nach dem Konzert: danken, kurz berichten und auf kommende Termine hinweisen.
Veröffentlichen Sie nicht ausschließlich Plakate. Ergänzen Sie die Veranstaltungsdaten durch Inhalte, die den Chor und das Programm greifbar machen: Eine Sängerin kann schildern, weshalb sie ein Stück besonders mag; die Chorleitung kann das Thema kurz erläutern; ein kleiner Proben-Ausschnitt kann die Vorbereitung zeigen.
4. Kurze Videos gezielt einsetzen

Ein Video muss nicht professionell produziert sein, um einen persönlichen Einblick zu geben. Ein Smartphone, gutes Licht und ein ruhiger Hintergrund können für ein kurzes Format ausreichen. Wichtig sind ein verständlicher Einstieg und eine klare Botschaft. Eine direkte Einladung kann zum Beispiel lauten: „Wir singen am 14. Mai über Neuanfänge und laden Sie zu diesem Abend ein.“
Geeignet sind etwa 20- bis 45-sekündige Formate:
- eine Einladung durch die Chorleitung oder einzelne Chormitglieder
- ein kurzer Probenmoment, soweit die Rechte an der Musik und die Einwilligungen geklärt sind
- ein Blick auf Instrumente, Noten oder die Gestaltung des Saals
- eine kurze Erklärung zu einem Werk oder zum Konzertthema
- persönliche Sätze verschiedener Sängerinnen und Sänger
Ein Praxisbeispiel des Bundesmusikverbands zeigt, wie ein Amateurmusikverein produzierte Videos für sein Profil, seine musikalische Vielfalt und seine Konzertkommunikation einsetzte. Die Videos wurden über Instagram, Facebook und YouTube verbreitet, mit einem Countdown angekündigt und mit Veranstaltungsinformationen verbunden (BMCO-Praxisbeispiel „Vereinsporträt per Video“). Das Beispiel stammt aus einem anderen Bereich der Amateurmusik und ist kein Nachweis für eine bestimmte Publikumswirkung. Es kann Chören jedoch als Anregung für die eigene Planung dienen.
Worauf der Chor bei Videos achten sollte
- Untertitel verwenden, weil Videos häufig ohne Ton angesehen werden.
- Im ersten Satz Konzertidee, Datum oder beides nennen.
- Auf lange Begrüßungen und interne Abkürzungen verzichten.
- Vor der Veröffentlichung Einwilligungen sowie Rechte an Bild, Ton und Musik prüfen.
- Dasselbe Video auf mehreren passenden Kanälen verwenden, statt für jeden Kanal ein neues Format produzieren zu müssen.
5. Pressearbeit und lokale Multiplikatoren
Lokale Medien benötigen neben Termin und Ort einen nachvollziehbaren Anlass. Eine Presseinformation sollte deshalb erklären, was an diesem Konzert für Gemeinde oder Stadtteil bemerkenswert ist. Das kann eine Zusammenarbeit mit einer Schule sein, die Aufführung eines regionalen Werks, ein Kinderchor als Gastensemble oder eine offene Generalprobe.
Schreiben Sie eine kurze Presseinformation mit Überschrift, einem einleitenden Absatz, allen Veranstaltungsdaten und einer Kontaktperson. Fügen Sie ein druckfähiges Foto sowie einen Link zur Konzertseite hinzu. Ein Versand einige Wochen vor dem Termin und eine knappe Erinnerung vor der Veranstaltung können sinnvoll sein; Redaktionsschlüsse und Arbeitsweisen lokaler Medien sind dabei unterschiedlich.
Neben Zeitung und Lokalradio können weitere Partner zum Konzert hinweisen:
- Gemeinden, Kirchengemeinden und Kulturämter
- Musikschulen und Schulen
- Bibliotheken, Volkshochschulen und Mehrgenerationenhäuser
- örtliche Kulturvereine und Veranstaltungsstätten
- Senioreneinrichtungen, Familienzentren und Jugendhäuser
- Geschäfte, Cafés oder Betriebe mit lokalem Kundenkreis
Stellen Sie Partnern fertige Materialien bereit: einen kurzen Text, ein quadratisches Bild für soziale Netzwerke, einen Link und alle relevanten Daten. Bitten Sie nicht nur allgemein um Werbung, sondern schlagen Sie eine konkrete Zusammenarbeit vor, etwa einen gemeinsamen Beitrag, einen Kartenvorverkauf oder eine Einführung durch eine lokale Einrichtung.
Tragen Sie den Termin außerdem in passende regionale und musikalische Veranstaltungskalender ein. Prüfen Sie insbesondere die Kalender Ihrer Kommune, des Veranstaltungsortes, des zuständigen Chorverbands und örtlicher Medien. Kontrollieren Sie jeden Eintrag auf korrekte Uhrzeiten, Preise, Adresse und den Link zur Konzertseite.
6. Einstiegshürden mit passenden Formaten senken
Ein klassisches Konzert mit festem Programm ist nicht die einzige Möglichkeit, neue Gäste anzusprechen. Ergänzende, niedrigschwellige Elemente können den Zugang erleichtern, besonders wenn der Chor über seinen bestehenden Freundes- und Familienkreis hinaus bekannter werden möchte.
Geeignete Formate für Chorvereine
- Offene Generalprobe: Interessierte erleben einen Teil der Vorbereitung, ohne unmittelbar einen vollständigen Konzertabend besuchen zu müssen.
- Kurze Einführung: Die Chorleitung erklärt vor Konzertbeginn Thema, Werke und mögliche Hörperspektiven in wenigen Minuten.
- Mitsingmoment: Das Publikum lernt eine einfache Passage oder ein bekanntes Lied und singt gemeinsam mit dem Chor.
- Familienfreundlicher Konzertteil: Kürzere Dauer, verständliche Moderation und eine klare Ansprache können den Besuch mit Kindern erleichtern.
- Konzert mit Begegnung: Nach dem Auftritt gibt es Gelegenheit für ein kurzes Gespräch mit Chor und Mitwirkenden.
Der Deutsche Chorverband nutzt bei der „Woche der offenen Chöre“ Schnupperangebote, Aktionsmaterialien und eine Probenlandkarte, um Menschen für das Singen zu interessieren (Ab in den Chor – Woche der offenen Chöre). Die Aktion richtet sich in erster Linie an potenzielle Chormitglieder. Das zugrunde liegende Prinzip lässt sich für die Publikumsarbeit anpassen, etwa als offene Generalprobe, kostenfreies Vorprogramm oder Mitsingteil vor dem Konzert.
Benennen Sie das Format konkret. „Einlass ab 18 Uhr“ vermittelt etwas anderes als „Ab 18 Uhr: 15 Minuten gemeinsames Einsingen für alle, die Lust haben“. Die zweite Formulierung erläutert, was stattfindet und wer teilnehmen kann.
7. Familien, jüngere Menschen und neue Zielgruppen ansprechen
„Für alle“ ist als Zielgruppenbeschreibung zu ungenau. Wählen Sie für ein Konzert besser zwei oder drei Gruppen aus und überlegen Sie, welche Informationen für diese Menschen entscheidend sind. Nicht jedes Konzert muss jede Zielgruppe gleichermaßen ansprechen.
Familien benötigen oft Angaben zu Anfangszeit, Dauer, Preisen, Sitzmöglichkeiten und Atmosphäre. Kommunizieren Sie diese Punkte offen. Ein früher Beginn, klar ausgewiesene Familienpreise, sofern vorhanden, oder ein kürzerer Konzertteil können die Planung erleichtern.
Jüngere Menschen lassen sich je nach Ort und Konzertthema möglicherweise eher über passende Kooperationen und nachvollziehbare Inhalte ansprechen als über eine formelle Standardankündigung. Zeigen Sie den Chor als aktive Gemeinschaft und erklären Sie, was musikalisch oder thematisch interessant ist. Mögliche Partner können Jugendhäuser, Hochschulen, Ausbildungsbetriebe oder junge lokale Kulturschaffende sein.
Menschen ohne Chorerfahrung brauchen keine musiktheoretischen Vorkenntnisse. Schreiben Sie deutlich, dass niemand Kenntnisse mitbringen muss und dass Moderation oder Programmheft beim Einordnen helfen können.
Barrierearme Kommunikation gehört ebenfalls zur Publikumsarbeit. Nutzen Sie gut lesbare Schrift, ausreichende Kontraste und klare Wegbeschreibungen. Fragen Sie den Veranstaltungsort nach stufenlosem Zugang, Toiletten, Sitzplatzmöglichkeiten und gegebenenfalls Hörunterstützung. Veröffentlichen Sie nur Informationen, die Sie geprüft haben, und benennen Sie Einschränkungen transparent.
8. Den Konzertabend als Begegnung gestalten
Kommunikation vor dem Termin weckt Interesse; für eine erneute Teilnahme ist auch der tatsächliche Konzertabend wichtig. Begrüßen Sie das Publikum sichtbar und freundlich. Ein kleines Empfangsteam kann Fragen beantworten, Plätze zeigen und auf Programmhefte, Garderobe, Pause oder Ausgänge hinweisen.
Moderationen sollten kurz, verständlich und persönlich bleiben. Statt jede Entstehungsstation eines Werks darzustellen, kann ein Hörimpuls genügen: Worauf kann das Publikum achten? Warum hat der Chor dieses Stück ausgewählt? Besteht eine Verbindung zur Region oder zur Lebenswelt der Sängerinnen und Sänger?
Planen Sie nach Möglichkeit eine unkomplizierte Gelegenheit zum Austausch ein. Ein Getränk, ein kleiner Infotisch oder ein Gespräch mit der Chorleitung schafft Raum für Rückfragen. Wenn der Chor neue Mitglieder sucht, sollte dieser Hinweis freundlich und getrennt von der Konzertwerbung erfolgen, zum Beispiel durch eine Einladung zu einer offenen Probe.
9. Nach dem Konzert weiterkommunizieren
Nach dem Konzert kann der Chor den Kontakt zu Gästen, Partnern und Mitwirkenden fortsetzen. Veröffentlichen Sie innerhalb weniger Tage einen kurzen Dank und einige ausgewählte Bilder. Markieren Sie beteiligte Personen oder Organisationen nur mit deren Zustimmung und prüfen Sie auch bei Veranstaltungsfotos die erforderlichen Rechte.
Eine Nachberichterstattung kann enthalten:
- Besucherzahl oder Auslastung, sofern der Chor diese Angabe veröffentlichen möchte
- besondere musikalische oder gemeinschaftliche Momente
- Dank an Mitwirkende, Helfende und Kooperationspartner
- einen Hinweis auf die nächste offene Probe oder das nächste Konzert
- einen Link zu genehmigten Fotos oder einem kurzen Rückblick
Der Bundesmusikverband Chor & Orchester weist bei geförderten Projekten auf begleitende Öffentlichkeitsarbeit, Verlinkungen, Social-Media-Kommunikation und Berichterstattung hin (Hinweise des BMCO zur Öffentlichkeitsarbeit). Auch ohne Förderung kann eine geordnete Dokumentation für die nächste Konzertkommunikation und für die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern nützlich sein.
10. GEMA-Check für die Konzertorganisation
Publikumswerbung und rechtliche Anmeldung sind zwei getrennte Aufgaben. Für öffentliche Konzerte müssen Gesangvereine die Anforderungen der GEMA beachten. Je nach Veranstaltung können unterschiedliche Tarife für Unterhaltungsmusik oder ernste Musik relevant sein. Organisierte Chöre können die GEMA-Anmeldung beim Chorkonzert gegebenenfalls über ihren Verband abwickeln; nicht organisierte Chöre melden direkt über das GEMA-Onlineportal. Maßgeblich sind stets die aktuellen Angaben der GEMA und gegebenenfalls die Regelungen des eigenen Gesamtvertragspartners (GEMA: Musikvereine, Gesangvereine und Blasmusikvereine).
Prüfen Sie vor und nach dem Konzert
- Anmeldung und zuständigen Meldeweg frühzeitig klären.
- Nicht allein anhand des Eintrittspreises beurteilen, ob eine Meldung erforderlich ist.
- Programm beziehungsweise Setlist vollständig aufbewahren.
- Bei Livemusik die Setlist spätestens sechs Wochen nach der Veranstaltung einreichen. Laut GEMA kann bei verspäteter Einreichung ein Aufschlag von zehn Prozent der Vergütung anfallen.
- Bei einer gleichzeitigen Übertragung vor Ort und online die hybride Nutzung getrennt anmelden.
- Für Fotos, Videos, Tonaufnahmen und deren Veröffentlichung zusätzliche Rechte prüfen. Eine GEMA-Anmeldung ersetzt nicht automatisch alle weiteren erforderlichen Einwilligungen oder Lizenzen.
Tarife, Fristen und Anmeldewege können sich ändern. Prüfen Sie deshalb vor jeder Veranstaltung die aktuellen GEMA-Informationen und bei Bedarf die Hinweise Ihres Verbands oder Gesamtvertragspartners.
Typische Fehler bei der Publikumsgewinnung
- Zu spät beginnen: Wer erst am Konzerttag informiert, lässt wenig Zeit für Planung, Rückfragen und Weiterempfehlungen.
- Nur das Plakat teilen: Ein Plakat enthält wichtige Daten, erklärt aber häufig nicht, was den Konzertabend besonders macht. Ergänzen Sie es durch kurze Geschichten, Videos oder Einordnungen.
- Zu viele Kanäle bespielen: Wählen Sie die Plattformen und Verteiler, die der Chor zuverlässig pflegen kann.
- Unklare Eintrittsinformationen: Fehlende Preise, Reservierungswege oder Angaben zur Abendkasse schaffen vermeidbare Fragen.
- Interne Sprache: Fachbegriffe, Abkürzungen und reine Werktitel können Menschen ausschließen, die den Chor noch nicht kennen.
- Rechte vergessen: Bild- und Tonmaterial darf nicht automatisch veröffentlicht werden, nur weil es bei einer Vereinsveranstaltung entstanden ist.
- Keine Auswertung: Fragen Sie nach dem Konzert, woher Gäste vom Termin erfahren haben. Die Antworten helfen bei der nächsten Planung.
Checkliste: In sechs Schritten zum volleren Konzert
- Ein klares Konzertversprechen in einem Satz formulieren.
- Eine mobile Konzertseite mit allen praktischen Informationen veröffentlichen.
- Rechtzeitig vor dem Termin einen einfachen Redaktionsplan starten.
- Kurze persönliche Videos und Proben-Einblicke vorbereiten.
- Lokale Medien, Partner und passende Veranstaltungskalender mit fertigen Materialien versorgen.
- Nach dem Konzert danken, berichten, auswerten und zur nächsten Begegnung einladen.
FAQ: Publikum für Chorkonzerte gewinnen
Wie viel Werbung braucht ein kleiner Chor?
Ein kleiner Chor benötigt nicht zwingend ein großes Budget. Hilfreich sind ein klarer Veranstaltungstext, gepflegte lokale Kontakte, wiederkehrende Hinweise und ein verlässlicher Ansprechpartner. Ein vorbereitetes Paket aus Foto, Kurztext und gegebenenfalls Video kann über mehrere Wochen verwendet werden.
Welche Social-Media-Plattform ist die richtige?
Wählen Sie eine Plattform, die der Chor dauerhaft bedienen kann und auf der die gewünschte Zielgruppe voraussichtlich erreichbar ist. Beginnen Sie lieber mit einem oder zwei Kanälen und verweisen Sie konsequent auf die zentrale Konzertseite.
Sollten wir das Konzert kostenlos anbieten?
Nicht unbedingt. Die Entscheidung hängt unter anderem von Kosten, Zielsetzung und örtlichen Rahmenbedingungen ab. Niedrigschwellige Alternativen können Ermäßigungen, Familienpreise, ein kostenfreies Vorprogramm oder eine offene Generalprobe sein.
Bringt ein Livestream automatisch mehr Publikum?
Nein. Ein Stream kann Menschen außerhalb des Veranstaltungsorts erreichen, ersetzt aber keine Kommunikationsplanung. Vorher müssen technische Umsetzung, Einwilligungen, weitere Rechte und die getrennte Anmeldung für Vor-Ort- und Online-Nutzung geprüft werden.
Wie erfahren wir, welche Maßnahme funktioniert hat?
Fragen Sie beim Kartenkauf, am Einlass oder in einer kurzen Nachbefragung: „Wie haben Sie von uns erfahren?“ Ordnen Sie die Antworten Kategorien wie Presse, Empfehlung, Social Media, Partner oder Veranstaltungskalender zu. Bereits eine einfache Strichliste kann Hinweise für die nächste Planung liefern.
Quellen & weiterführende Informationen
- Deutscher Chorverband: Praxistipps Öffentlichkeitsarbeit
- Deutscher Chorverband: Ab in den Chor – Woche der offenen Chöre
- Bundesmusikverband Chor & Orchester: Vereinsporträt per Video
- Bundesmusikverband Chor & Orchester: Öffentlichkeitsarbeit in Förderprojekten
- GEMA: Informationen für Musikvereine und Gesangvereine
